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Aug/10
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tschau oder vielleicht besser bis bald

Da es im Moment hier ziemlich drunter und drüber geht und ich eh zu gar nichts mehr komm werd ich den blogg jetzt schließen. Mich hat hier schon der abschiedsstress gepackt und jetzt fehlen mir auch nur noch 2 wochen arbeit und dann gehts noch 6 wochen auf reisen und schon bin ich wieder bei euch in deutschland. Und wenn alles läuft wie geplant sehen wir uns hoffentlich am di, 21.sept im hirsch…

nach meinen 2 wochen urlaub gabs hier ne menge zu tun, hauptsächlich vorbereitungen für das jubiläum(haus streichen, sachen produzieren, tänze vorbereiten,…) aber wir haben auch eine baby-shower für eines unser mädchen gemacht, die schwanger geworden ist und ein 2tägiges seminar für jugendliche. auch ist verena meine chefin wieder da und ich wohne jetzt mit ihr zusammen.

auf jeden fall danke fürs mitlesen hier immer. machts gut. bis bald

sebastian

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28
Jun/10
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daily life

So ich meld mich mal wieder. morgen werd ich noch für 2tage nach marcahuasi fahren um ein bisschen aus dem großstadt chaos herauszukommen und mal wieder ein bisschen sonne zu tanken;)

ansonsten ist soweit alles bestens hier. Gestern war ich mit 2freunden in einem kinderheim in cieneguilla und haben dort den ganzen nachmittag spiele mit den kindern gespielt. war ziemlich schön. das problem hier in der kindererziehung ist glaub das allgemein der fernseher hier als etwas angesehen wird von dem ja sooo viel lernt. dementsprechend ist es natürlich die perfekte erziehung die kinder schon im alter von einem jahr den halben tag vor den fernseher zu setzen…. naja, auf jeden ist auch dort in dem kinderheim sonntag mehr oder weniger fernsehtag und deswegen haben wir gedacht bringen wir mal dort ein bisschen abwechslung rein;)                                                                          hat alles super geklappt und die kinder waren auch total begeistert und wollten uns gar nicht mehr gehen lassen. man merkt dort ziemlich schnell das diesen kindern einfach eltern fehlen. du kommst dort hinein und die kinder rennen schon von weitem auf dich zu und wollen in den arm genommen und getragen werden. kein bisschen schüchternheit… fast alle kinder aus diesem heim werden von eltern aus den USA und Canada adoptiert und mit nach dort genommen, deswegen wird ihnen dort von klein auf englisch beigebracht. ziemlich krass…

hier noch ein foto mit den jugendlichen aus runayay vom letzten sonntag als wir in CIMA Festejo tanzten.

dsci0027

bis bald

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21
Jun/10
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Selva de Cemento

p1030564Walter, einer unserer Jugendlichen. Das Bild könnte glaub ich so gut wie in jeder Stadt hier an der Küste gemacht worden sein… typisch peruanische Großstadt. Oder wie hier ein Lied heißt, “Regenwald aus Zement”.

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20
Jun/10
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Urlaub Teil3

Am Donnerstagmorgen gings dann erst einmal runter zum nächsten Bach Wasserholen und Kräutersammeln(für einen Wundertee, der uns wieder auf die Beine bringen sollte^^). Nach einem ausgiebigen Frühstück, mal wieder Kartoffeln mit Käse(allerdings die besten Kartoffeln der Welt;) gings dann auch mit neuen Kräften auf den Rückweg nach Canchacucho von wo aus wir dann die Reise nach Yanahuanca fortsetzten. Auf unserer Reise nach Yanahuanca kamen wir durch Cerro de Pasco, eine Stadt und Gegend die mehr als berüchtigt ist. Einer der verschmutzesten Orte der Welt!!!!! Was ich dort sah, war einfach erschreckend. Abgetragene Berge, Seen die nur noch eine braune Schlammlandschaft waren und an den Seiten der Flüsse war immer ein Streifen von etwa 3-6Meter an dem gar nichts mehr wuchs. Tiere sah man dort auch nicht mehr… Das traurige an der ganzen Sache ist, das keine der einzigen Firmen die dort in CdP arbeiten peruanisch ist. Wie so oft kommen die Firmen aus Amerika und Europa und durch Schmierungen und Druck durch die Arbeitsplätze erpressen sie Sonderbedingungen und Ausnahmen bei den Umweltschutzbedingungen.

sdc12985Landschaft bei Cerro de Pasco…

Abends kamen wir dann in Yanahuanca an und wer häts gedacht auch dort gabs heiße Quellen in die wir uns erst einmal hinein begaben. Am nächsten Morgen wanderten wir dann zu ein paar wunderschönen Dörfern. Eines dieser Dörfer ist mehr oder weniger auf alten Inka und Pre-Inka-Ruinen erbaut. Das lustige war, das wir halt von den Dorfbewohnern in ihren Garten eingeladen wurden um Ruinen zu besichtigen. Während wir uns die Ruinen ansahen, kam der Mann wieder aus seinem Haus mit einem Koffer mit allerlei Knochen, Vasen, Flöten und jeder Menge uralter Utensilien die er wohl in seinem Garten ausgegraben hatte. Da kann man sich dann sein persönliches Museum zusammenkaufen…sdc13147mit Patrick und dem Chino- yeaaaaaaah

Nach dem wir von einem freundlichen Bauer noch zum Mittagessen eingeladen wurden, machten wir uns weiter auf den Weg und folgten einem Camino Inca (Pfad der von den Inkas angelegt worden ist) Während Juan sich eine kleine Pause gönnte folgte ich dem Weg noch ein bisschen weiter, wo ich auf einen kleinen ca. 6-jährigen Jungen traf. Ich unterhielt mich ein bisschen mit ihm und als wir gegen Ende bei ein paar Pferden ankamen, kam die Frage, „Kannst du reiten?“ Herausfordernd hielt er mir nur einen Strick entgegen. „Du zuerst“ war meine Antwort. Es war echt unglaublich wie der Junge sich nur mit einem Strick das Pferd fing, den Strick verknotete, das Pferd zu einem Felsen führte von wo aus er auf das Pferd kletterte und losritt. Ich war aus dem Staunen noch kaum heraus als ich den Strick in die Hände gedruckt bekam, „Und jetzt du!“ Hab mich echt selten so unwohl gefühlt;) Aber irgendwie hat alles sogar einigermaßen gut geklappt, auch wenn ich etwas ängstlich und unsicher auf dem Pferd ohne Sattel durch die Gegend ritt, das dann auch noch anfing zu galoppieren…. aber ich hatte ja meinen Strick… Ich glaub der Junge hat mich für den größten Versager und Angsthasen gehalten, aber ich war mehr als begeistert und stolz auf mich als ich heil von dem Pferd stieg;)sdc13017Yanahuanca

Nach der Rückkehr und einem weiteren Bad in den heißen Quellen gings dann am nächsten Morgen um 2Uhr(!!) vor Sonnenaufgang nach Oyon das in der Kordillera Raura liegt. Eine wunderschöne Fahrt in der Nacht. Die Sterne kamen einem seeeeeehr nah vor und die Gletscher schienen im Mondlicht. Wunderschön! Ziemlich gleichzeitig mit dem Sonnenaufgang kamen wir auch in Oyon an und fuhren aber sofort weiter runter nach Churin. Dort angekommen verabschiedete sich Juan von mir und fuhr nach Lima. Ich hatte vor meine letzten beiden Tage noch in Huankahuasi zu verbringen. Ein Dorf das dafür bekannt ist das der ehemalige Präsident Perus immer mit seinem Hubschrauber dort zu den heißen Quellen flog. In Huankahuasi angekommen rannte ich aber mehr oder weniger aus diesem Dorf davon;) Einerseits verflog aufgrund der Hitze meine Lust auf heiße Quellen und andererseits schien es mir so als ob hier eher die obere Schicht Limas anzutreffen war und auf diese Leute hatte ich gar keine Lust, da schon während der Busfahrt mir diese Leute ziemlich auf den Geist gingen…

dsc05391

Mein Schlafplatz in Rapaz

So fing ich an zu wandern und zu wandern, da mir irgendwer erzählt hatte weiter oben gebe es irgendwo ein Dorf. Als ich schon fast am umdrehen war, sah ich ganz oben auf dem Gipfel das Dorf Rapaz. Die Lage ist einfach unglaublich. Mit einer Sicht die mehr als fantastisch ist. Dort gab es noch eine Kirche (die echt schön war!), mal wieder Ruinen und irgendwelche Inkaschätze(hab ich nicht gesehen da der Mann mit dem Schlüssel nicht auftauchte) zu sehen.Die Leute dort nahmen mich super freundlich auf, waren aber auch sichtlich verwirrt wo ich mit meinem rießen Rucksack herkam, da es bis zum nächsten Dorf ja doch richtig weit war. Es dauerte echt ziemlich bis sie aufhörten zu fragen, wo denn mein Auto sei. Auf jeden Fall hatte ich sofort eine Einladung zum Übernachten und zum Abendessen von einem älteren Mann bekommen. Auch hörte ich, dass sich das halbe Dorf im Morgengrauen auf nach Huacho(liegt an der Küste Perus in der Nähe von Lima) macht, um dort Ihre Produkte zu verkaufen. Perfekt!!! Nach einem kleinem Fußballmatch mit den Jungs aus dem Dorf - „Die Deutschen können doch so gut Fußballspielen?“ - diese Frage musste ich dann wohl auch beweisen, gings dann schon in mein Bett aus Schaffellen und am Sonntagmorgen (oder vielleicht Samstagnacht?) um 1Uhr gings auf den Weg nach Lima – meine lustigste Busfahrt EVER!!!

Das die Leute aus der Sierra etwas speziell sind ist ja bekannt und die „zivilisierten“ achso intelligenten Leute in den größeren Küstenstädten machen sich auch immer ziemlich gern über die Leute aus der Sierra lustig, die Busfahrt hat wohl aber eher nicht dazu beigetragen ernster genommen zu werden. Nachdem alle Bauern mit ihrem Kartoffelsäcken und geschlachteten Schweinen im Bus saßen, kam der letzte Bauer angerannt, mit 2 Schweinen. Leider hatte er den ganzen Tag zuvor bis in die Nacht hinein auf dem Feld noch Kartoffeln geerntet und kam nicht dazu seine Schweine zu schlachten und weigerte sich auch sie noch schnell an der nächsten Ecke zu schlachten. Kurz und knapp, die Beine wurden zusammengebunden und die armen Schweinchen fest auf dem Dach verschnürt. Es ist unglaublich mit welcher Energie die armen Tiere die 7Stunden Fahrt geschrien haben. So ging es auf jeden Fall ein Witz nach dem anderen reisend, durch alle Dörfer, bis man in Huacho angekommen war. Als ich dort extrem erschöpft ankam (ein paar Schweine ließen mich die ganze Fahrt nicht schlafen;) und mich auch das Winterwetter an der Küste überhaupt nicht reizte, kehrte ich sofort mit dem nächsten Bus nach Lima zurück wo ich auch schon gegen Mittag in meiner Wohnung ankam.

Allen in allem war diese Reise unglaublich. Vor allem landschaftlich sehr beeindruckend. Ich werde auf jeden Fall so bald wie möglich wieder Maruja in ihrer Hütte im Steinwald besuchen, da es dort noch jede Menge zu sehen gibt. Das schönste an allem aber war die Gastfreundschaft und die Offenheit fast aller Leute denen wir dort begegnet sind. Vermutlich liegt es auch daran das dort noch kaum Touristen anzutreffen sind und die Leute deswegen noch nicht immer sofort das Geld hinter einem Ausländer sehen…

Wer noch mehr Bilder sehen will kann das auf Lokalisten oder Facebook machen! Bis Bald

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16
Jun/10
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¡Los panzers arrasaron!

Bevors mit dem Urlaubsbericht weitergeht, gibts mal wieder ein bisschen was über mein Limaleben hier zu lesen;)

Nach meinem Urlaub hab ich noch einmal einen Nachspeisenworkshop angefangen. Diesmal aber mit den Eltern der Jugendlichen, die etwas für unser Jubiläum machen wollten. Gleichzeitig ist aber natürlich die Idee da, dass sie dies auch für ihren Alltag gebrauchen können. So versuch ich Nachspeisen zu machen die möglich billig sind, aber auch hier etwas besonderes sind, damit man sie auf der Straße leicht und mit möglichst hohen Gewinn verkaufen kann. Das Problem ist nur das die meisten keinen Ofen haben und ich da jetzt grad am Rezepte suchen bin… Also wer da nen Tipp hätte, bitte melden ;)

Letzten Sonntag war das Jubiläum eines Straßenkinderheims in Cieneguilla, wo wir mit den Jugendlichen waren, da aus diesem Heim die meisten unserer Jugendlichen kommen. Dort haben wir dann auch 2 peruanische Volkstänze aufgeführt. Einmal einen Tanz aus dem Regenwald und Festejo, ein Tanz der schwarzen Bevölkerung hier. Das ganze hat trotz Problemen bei den Proben super geklappt und an sich war es ein ziemlich gelungener Tag.

Ansonsten ist hier grad Konzerttechnisch ziemlich viel los, geht grad echt einiges. jaja ihr kennt mich ja^^

Ach ja und gestern war ich in der Uni auf einer Psychologievorlesung. War super interessant. Ist die beste Uni Perus und anscheinend sind die Universitäten der Catolica auch die besten Südamerikas. Hat man schon gemerkt das dort nur die reichsten Leute Limas studieren und auch über 300Ausländer.

Ansonsten spielen die Leute hier grad ein bisschen verrückt wegen der WM, aber ich denk das wird in Deutschland nicht anders sein. Da Peru es nicht geschafft hat, sind hier die meisten für Brasilien oder auch Argentinien…jaja…was mich ziemlich amüsiert hat, war die Überschrift einer peruanischen Zeitung zum Deutschlandsieg: “Die Panzer radieren alles aus!”

Hoff bei euch ist auch alles klar soweit, werd wenn ichs schaf morgen noch den letzten Teil von meinem Reisebericht online stellen. Bis Bald!p1030697Wenn man will findet man immer etwas Farbe in dieser grauen Stadt;)

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11
Jun/10
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Urlaub Teil2

…Aber nach 4Stunden sonnen kam der Bus(Kombi) dann auch schon an und die Fahrt konnte weitergehen.

Die Landschaft auf dieser Fahrt war einfach unglaublich. Sehr viele Seen in den intensivsten Blautönen, jede Menge Lamas, Alpacas, Vicunas, Schafe und schneebedeckte Gipfel dominierten die Landschaft.

sdc12388Auf der Fahrt nach Huayllay

Gegen Nachmittag kamen wir dann in Huayllay an, einem Dorf das fast ausschließlich vom Bergbau lebt. Dementsprechend zerstört ist die Landschaft und der See auch schon an dem Huayllay liegt. Nach einem kleinem Dorfrundgang fuhren wir auch gleich mit einem jungen Minenarbeiter, den Juan kannte, nach Canchacucho, ein Dorf das in dem sog. „Bosque de Piedras“(Steinwald) liegt, um für den nächsten Tag alles zu planen. In Canchcucho lernten wir dann Maruja kennen. Eine sehr beeindruckende Frau… Sie ist extrem arm auf einem Einsiedlerhof im Steinwald aufgewachsen und mittlerweile Reiseführerin und Bürgermeisterin von Canchacucho. Sie lud uns auch sofort ein,uns am nächsten Tag zu ihrem Hof zu führen und dort zu übernachten. Also verbrachten wir noch eine letzte etwas komfortablere Nacht in Huayllay und am nächsten Morgen ging es nach einem typischen Frühstück „Pankeke und Maca“ wieder nach Canchacucho.

Dort angekommen machten wir uns erstmal allein auf den Weg, und erkundeten einen Teil des 6800Hektar (!!!) großen Steinwaldes. Die Landschaft war das wohl unglaublichste was ich je in meinem Leben gesehen habe. Vielleicht können es die Bilder ein bisschen wiedergeben…dsc05041

Gegen Mittag kehrten wir dann zurück, fest entschlossen uns für den nächsten Tag auf jeden Fall einen Führer zu nehmen, da wir zwar die Ruinen gefunden hatten die wir gesucht hatten, aber einsahen das es doch mehr Glück war und es total hoffnungslos ist dort irgendetwas zu finden bzw. sich nicht total zu verlaufen, wenn man keinen Führer hat(Karte gibt es leider keine und da auf dem 6800Hektar großen Gebiet 5 Familien wohnen und kaum Touristen anzutreffen sind kann man sich auch schlecht durchfragen) In Canchacucho angekommen planten wir unseren nächsten Tag und als ich meinte das die Felsen hier doch eigentlich ideal zum klettern wären, bekam ich von Maruja prompt die Antwort, „Was? Du kletterst auch?“ Somit war der Nachmittag dann auch schon verplant. dsc05100beim Klettern

Die nächste Schwierigkeit vor der wir aber dann standen war einen Reiseführer zu finden. Da wir im Dorf schon einige Male vorsichtig gefragt wurden, was wir denn hier vorhätten und wir meinten wir wollen in den Steinwald bekamen wir fast jedes Mal Antworten wie, passt gut auf euch auf, dort ist es gefährlich, nachts hört man immer komische Geräusche von dort, und und und Dieser Ort ist einfach mehr als mystisch und das die Peruaner eh noch etwas abergläubischer sind macht die Sache nicht besser;) Auf jeden Fall gab es in dem ganzen Dorf nur 3Personen die den Steinwald betreten unter anderem Maruja, diese 3 Personen sind aber auch im Steinwald auf Einsiedlerhöfen aufgewachsen…

Da unsere Ziele die wir uns für den nächsten Tag gesteckt hatten relativ weit entfernt waren, blieb uns Maruja als einzige Führerin übrig, da die anderen beiden Herren sich diese Tour nicht zutrauten. Dort bewies sich mal wieder die peruanische Gastfreundschaft. Ohne nur eine einzige Bitte unsererseits kündigte und verschob Maruja all ihre Arbeiten und Verpflichtungen die sie für den nächsten Tag geplant hatte, nur weil sie unbedingt wollte das wir auch alles zu sehen bekommen was wir wollten…. Unglaublich. Da sie aber am nächsten Morgen noch eine Sache erledigen musste, blieben wir die Nacht noch in Canchacucho, wo wir dank Maruja im Touristenbüro übernachten durften. Am Abend machten wir dann auch noch einen kleinen Abstecher nach Huayllay um uns dort in heiße Quellen zu legen(die gibt’s hier echt fast überall in den Anden).

Am nächsten Morgen gings dann relativ spät gegen 10Uhr los. Zuerst zu dem Haus oder vielleicht besser gesagt Hütte von Maruja und von dort aus starteten wir unsere Wanderung.dsc05271Das Haus von Marujas Familie und unser Schlafplatz

Die Wanderung war unglaublich. Nicht nur das wir unglaubliche Steinskulpturen, Höhlenmalereien und unzählige Lamas und Alpacas sahen, auch bekamen wir von Maruja einen Intensivkurs in allem was Pflanzen und ihre Wirkungen angeht. Und auch mehr als einmal half uns Maruja mit irgendwelchen Pflanzen gegen die langsam aufkommende Erschöpfung und Müdigkeit auf unserer Wanderung. Es war auch diesmal wieder mehr als faszinierend wie sich diese Frau mit den Tieren verstand, alle Pflanzen kannte und einfach im Einklang mit der Natur lebte…dsc05109

Da wir auch noch das Glück hatten Vollmond zu haben, weiteten wir unsere Wanderung etwas aus und kamen erst gegen 11Nachts in unserer Chosa(„Hütte“) an. Die ganze Familie lebt dort in drei Hütte(jeweils nur ein Raum), wobei eine nur aus Wellblech ist und die anderen beiden aber wie die meisten Häuser in der Sierra (=Anden) aus Erde. Natürlich alles ohne Strom und fließendes Wasser. Da auf dieser Höhe nachts die Temperaturen natürlich unter Null Grad fallen und die Fenster und Türen mehr Wind durchlassen als abhalten, lässt es sich da (zumindest meiner Meinung nach) nur unter mehreren Schafs- und Lamafellen aushalten. Die aber unglaublich wärmen. Ich war total begeistert von der Kulisse vor ihrem Haus. Diese mystische Landschaft; unter einem grasen die Lamas und die Schafe,… einfach unglaublich schön, aber auch mehr als unglaublich hart so jeden Tag zu arbeiten und zu leben!dsc05256Sonnenuntergang bei unserer Wanderung

…Fortsetzung folgt…

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9
Jun/10
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Urlaub Teil 1

So nachdem die letzten 2Wochen eher etwas stressig waren, hab ichs jetzt endlich mal geschafft einen etwas ausführlicheren Bericht über meine Ferienwoche zu schreiben.

Nach einer relativ kurzen Nacht und ca.4Std Schlaf gings am Sonntag um halb7 los. Juan mit dem ich am Abend zuvor noch die Reiseroute durchgesprochen hatte, sollte erst am Montag nachkommen und ich wollte gleich mal vorrausfahren und mich ein bisschen an die Höhe gewöhnen. Zuerst ging es mit dem Bus nach Huaral. Dort angekommen suchte ich nach einer Verbindung nach Collpa, ein kleines Dorf am Fluss Chancay, in dem ich plante auf Juan zu warten, um am nächsten Morgen die Reise nach Huayllay fortzuführen. Ich kam ziemlich schnell in Huaral an und dort stellte sich heraus, das das einzige Taxi nach Collpa gerade losfahren will, aber leider schon voll ist. Nach einem kleinem Wortgefecht mit dem Fahrer, nahm mich dieser aber zum Glück im Kofferraum mit. Auf halber Strecke stieg dann aber noch ein anderer Mann hinten ein und es wurde etwas unbequem in dem kleinen(!) Kofferraum zwischen dem ganzen Gepäck, Gastank des Taxis und dem Subwover (darf natürlich nicht fehlen). Die Fahrt hatte eigentlich ganz gut angefangen und außer ein paar Mal, als ich mich unter dem ganzen Gepäck verstecken musste, damit mich die Polizei nicht sieht, genoss ich die wunderschöne Wüsten-, Berglandschaft um den Rio(„Fluss“) Chancay. Nachdem ich aber dann Gesellschaft in dem kleinen Kofferraum bekam und wir auch noch einen abgestürzten LKW mit totem Fahrer entdeckten, war ich dann doch ziemlich froh als ich gegen Mittag heil in Collpa ankam. Dort angekommen stellte ich erstmal mein Gepäck im Hostal ab und nutzte das tolle Sommerwetter und wanderte hinauf zum nächsten Dorf, da es in Collpa keine Telefonverbindung gab und ich noch Juan Bescheid sagen musste, wann der Bus den Rio Chancay hochfährt am nächsten Morgen. Angekommen in Santa Catalina fand ich dann auch ziemlich schnell auf dem Marktplatz das einzige Telefon im Dorf, das aber leider gerade besetzt war. Als nach fast einer Stunde das Telefon immer noch besetzt war und mir die Frauen, mit denen ich mich während dem Warten auf dem Marktplatz unterhielt, erzählten das es weiter oben noch ein Dorf mit Telefon gebe, machte ich mich weiter auf den Weg. Irgendwann kam ich dann auch in dem nächsten Dorf, Santa Cruz, an. Ein kleines typisches aber wunderschönes Bergdorf.

dsc04862Hauptplatz von Santa Cruz

Die Leute dort empfingen mich sehr freundlich und waren aber total erstaunt wo ich denn auf einmal herkam. Als ich ihnen dann erzählte das ich von Collpa aus gelaufen bin, wollte mir das zuerst keiner glauben und als ich dann meinte ich wolle noch bis zum Gipfelkreuz hoch steigen bekam ich den Spitznamen „el gringo loco“ (der verrückte Weiße) ;) Nach einem kleinen Essen und einem Anruf nach Lima machte ich mich dann auch auf den Weg zum Gipfel. Oben angekommen genoss ich eine unglaubliche Sicht auf das ganze Tal des Rio Chancay.

dsc04874auf dem Gipfel

Beim Abstieg traf ich dann auf 2Bauern, die gerade mit ihren Eseln Kartoffeln von ihren Feldern geholt hatten und wurde von ihnen mit hunderten Fragen über Europa und Lima durchlöchert, so lief ich mit ihnen zurück bis nach Santa Cruz wo man den „Gringo loco“ schon erwartet hatte. Da es langsam spät wurde gings auch gleich weiter bis nach Santa Catalina, wo ich noch Käse bei den Bauern für die Weiterreise kaufen wollte. Als ich mich dort durchfragte wer Käse zum verkaufen hatte, wurde ich von einem sehr freundlichen Bauer sofort in seine Hütte zum Abendessen eingeladen. Für mich war diese Gastfreundschaft unglaublich, da dieser Bauer in einer kleinen Hütte aus Erde mit seiner Frau und seinen 6Kindern lebt und sicherlich jeden Tag darum kämpft genug zum Essen zu haben, aber dann einem total Fremden sein ganzes Essen anbietet. Da kann ein Deutscher manchmal echt noch seeeeeeeeeehr viel lernen…. Nach einem super leckerem Essen (Kartoffeln aus dem offenem Feuer mit frischem Käse), einer Unterrichtstunde über Käseproduktion und einer Einladung für den nächsten Morgen zum Kühe melken kehrte ich nach Collpa zurück. Dort angekommen genoss ich erst einmal die heißen Quellen (sollen anscheinend laut irgendeinem Zertifikat die 2.gesündesten der Welt sein…), die aber mehr als extrem nach faulen Eiern stanken. Aber nachdem mein letztes warmes Bad an Weihnachten auf meiner Reise in Cajamarca war, war ich mehr als begeistert;)

Am nächsten Morgen gings bei Sonnenaufgang noch einmal nach Santa Catalina hinauf um mich mit dem Bauer zum Kühe melken zu treffen. Als ich wieder zurück in Collpa mit frischem Bergkäse ankam, wurde ich dort schon mit einem Kokatee erwartet, denn man hatte gehört das ich nach Huayllay weiterreisen wolle und Koka hilft ja bekanntlich gegen die Höhe. Als mich dann auch dort verabschiedete hatte und noch mit einer ganzen Tüte Kokablätter beschenkt wurde, machte ich mich treu nach deutscher Gewohnheit um 10Uhr auf den Weg zur Straße, da um 11 der Bus zusammen mit Juan hier vorbeikommen sollte. Fataler Fehler! Aber nach 4Stunden sonnen kam der Bus(Kombi) dann auch schon an und die Fahrt konnte weitergehen.dsc04906beim Warten auf den Bus

Fortsetzung folgt…. ;)

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22
Mai/10
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Friseur und Urlaub

friseurEndlich kein Hippie mehr;)  Treff grad die letzten Vorbereitungen für meine Ferien nächste Woche. Wird eine Wanderung mit Zelt und alles was man sonst noch so zum Überleben in den Bergen braucht. Wollen auf jeden Fall in eine extrem ruhige Gegend und auch über 5000m. Hoff das ich das einigermaßen übersteh, das letzte Mal hats mich ja schon bei 4000m ziemlich zerlegt… Bin auf jeden Fall schon fleißig am Nudeln essen und habe auch wieder angefangen Fleisch zu essen um meinen Eisenwert ein bisschen in die Höhe zu treiben. Mal schauen obs was bringt. Falls jemand noch was anderes weiß bitte bescheid sagen, weil das wird sicher nicht die letzte Tour in der Höhe sein;)

Bis bald

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19
Mai/10
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Kakteen waehrend der Regenzeit

p1081165

hab hier noch ein Bild ausgegraben, das ich während der Regenzeit in den Bergen gemacht habe. Ist ziemlich schön zu dieser Zeit, da die Kakteen, dann zu blühen beginnen…

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17
Mai/10
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Gentrifizierung

Was in deutschen Großstädten auch schon seit längerem ein großes Problem ist, hat jetzt auch uns hier in Runayay getroffen. Angefangen hat alles damit, dass der Bürgermeister, um das Viertel aufzuwerten, angefangen hat einen Mittelstreifen in der Hauptstraße zu bauen zu lassen, der mit Blumenbeeten und Brunnen gesäumt wird. Da dies aber wie leider fast immer nur der wohlhabenderen Bevölkerung etwas bringt, ist ja nichts ungewöhnliches. Dadurch steigen jetzt natürlich alle Mieten und die Leute die eh schon mit der Miete am kämpfen sind, werden jetzt aus dem Viertel vertrieben. Es haben sich hier auch schon 5 neue Restaurants angesiedelt, die richtig schick sind und wo die Essenspreise auch 6-7(!!) so teuer sind wie in den bisherigen Restaurants hier. Alles in allem schaut es so aus, als ob sich das Viertel hier sehr schnell verändert. Das einzige was da wohl dagegen spricht, ist die Kriminalität; in letzter Zeit hört man wieder öfter von Überfällen. Aber auch dagegen soll ein Videosystem installiert werden – natürlich nur in der Hauptstraße, wo alle Geschäfte sind.

Da wir mit Runayay schon immer am kämpfen sind mit dem Geld zurechtzukommen und auch erst letzten Sommer(nachdem unser altes Haus durch die neue 3.Gruppe einfach zu klein geworden war) hierher gezogen sind, hat es uns leider auch getroffen. Unser Mietvertrag läuft leider diesen Juli aus und somit wollte auch unser Vermieter mehr. Das einzige Problem ist, das wir leider keine Alternative haben. Da im Moment in unserem Viertel nichts zu finden ist was realistisch wäre, müssten wir in ein anderes Viertel umziehen. Abgesehen davon, dass ein Umzug nicht nur mit finanziellem Aufwand verbunden ist und wir das ganze auch ohne unsere Chefin Verena machen müssten, ist es auch schwer in eines der anderen Viertel zu ziehen. Auf der einen Seite wären „La Molina“ und „San Borja“, Viertel die einfach viel zu teuer sind. Selbst wenn dort etwas gefunden werden könnte, wäre es für die Jugendlichen nicht mehr möglich in der Nähe ein Zimmer zu mieten und somit wäre unsere Kontrolle über die Jungs ziemlich eingeschränkt. Auf der anderen Seite wären die Viertel „La Victoria“ und „El Augustino“, aus denen die Jugendlichen herkommen. Da diese Viertel aber mehr als nur berüchtigt sind und unsere Idee ist, die Jugendlichen aus diesen Brennpunkten herauszuholen, wäre dies alles andere als sinnvoll. Die Rückfallquote würde enorm steigen. Unter diesen Umständen mussten wir die Mieterhöhung hinnehmen und müssen jetzt leider an anderen Stellen ziemlich einsparen. Das einzig positive an der Sache: Wir haben jetzt einen Mietvertrag für 2Jahre. Unter diesem Gesichtspunkt haben wir auch sofort mit 2anderen Freiwilligen einer Umweltorganisation angefangen unseren Innenhof umzugestalten, was ihre Organisation finanziert. Bis jetzt haben wir schon 2Gemüsebeete und einen Kompost angelegt. Dort würde ich gerne noch ein paar Blumen oder Sträucher dazu pflanzen, aber noch gibt es einiges an Arbeit;)

dsc04548

dsc04716mehr Bilder unter “Bilder” ;)


Zumindest für die nähere Zukunft schaut somit nochmal alles ganz gut aus. Spannend wird es nur, wenn unserer 2-Jahresvertrag abläuft. Natürlich werden wir sehen wie sich das Viertel und somit auch die Mieten verändern und auch die Spendensituation ist sehr entscheidend, aber alles in allem kann die Arbeit hier eigentlich nur auf Dauer abgesichert werden, wenn wir ein eigenes Haus hätten. Leider ist dies im Moment leider finanziell völlig unrealistisch, aber dadurch das Verena jetzt in Deutschland ist, will sie sich diesem Thema annehmen. Hoffen wir mal das alles gut läuft…

Wer uns mit einem kleinem Betrag unterstützen möchte/kann, findet unter “Projekt Runayay” alle nötigen Infos.

Schon mal vielen Dank dafür im Voraus!!!

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